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Graz, 2. Dezember 2015

Industrie 4.0 — die Fortsetzung …

Die Steiermark als eines der führenden Industrie-Bundesländer Österreichs bemüht sich sehr, die Themen „Industrie 4.0″ sowie „Smart Production & Services“ einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

 

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© dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

 

Also präsentierten die Industriellenvereinigung (IV) Steiermark gemeinsam mit dem Wirtschaftsressort des Landes Steiermark aktuelle Analysen und Aktivitäten. So werden mit Oberösterreich, dem zweiten großen Industriebundesland Österreichs, Kooperationsprojekte im Bereich „Smart Mobility“ unterstützt und im Rahmen einer gemeinsamen Ausschreibung insgesamt vier Millionen Euro (je eine Million aus den Wirtschafts- und Wissenschaftsressorts beider Bundesländer) für kooperative Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt. Kenner der Alpenrepublik wissen, dass dieser erste gemeinsame Call zweier Bundesländer einer Kulturrevolution gleichkommt. 

 

Vorgestellt wurde auch die „Plattform Industrie 4.0 Österreich“ durch deren neuen Geschäftsführer Roland Sommer. Sommer verwies dabei auf den neuesten Trend, „Internet of Everything“ (IoE), in dem das „Internet der Dienste“, das „Internet der Dinge“ (IoT) und das „Internet der Menschen“ (IoP) ihre Überschneidungen finden und zusammenwachsen werden zu einer „Vernetzung von Dingen, Prozessen, Daten, Services und Menschen über das Internet“, eben zum „Internet of Everything“.

 

Zurück zum Handfesten, zur Industrie und zur industriellen Produktion komplexer Produkte. Hier geht es darum, dass aus den „alten Fabriken“ längst schon „Smart Factories“ geworden sind. Biotope also, in denen die Menschen ebenso intelligent agieren wie die Infrastruktur, die Prozesse und auch die Werkstücke selbst, etwa durch RFID-Technologie. Industriebetriebe wie Magna Steyr, Infineon oder AVL sind in der Vernetzung von Mensch und Maschine über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg schon sehr weit, die Konkurrenz am Weltmarkt ist hier der Treiber.

 

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© dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

 

Und wenn die USA ihre große Stärke in der Entwicklung neuer Businessmodelle vor allem im Dienstleistungssektor auf Basis von „Big Data“ haben, liegt die große Stärke Europas im Know-how intelligenter industrieller Produktionsprozesse. Auch im fz-Blog wurde naturgemäß schon öfter über Industrie-4.0-Themen berichtet, ganz allgemein und auch auf Branchen wie die Life Sciences bezogen.

 

Viele Analytiker und Vordenker der neuen Entwicklungen sehen noch ein Unentschieden in diesem Match um die Zukunft zwischen den USA und Europa. Eine These lautet, dass durch die fortschreitende Produkt-Individualisierung und die damit einher gehende Produktions-Individualisierung die Produktion selbst wieder näher zum Kunden wandert.

 

Als Beispiele werden genannt: Der individuelle Laufschuh, der im Laufsportgeschäft angemessen — und mit diesen individuellen Sohlenmaßen mithilfe spezieller 3D-Drucker auch gleich produziert werden kann. Zweites Beispiel: Die Konsumenten, die sich auf einer Website ihre ganz individuelle Müsli-Mischung zusammenstellen und diese dann auch innerhalb kürzester Zeit geliefert bekommen.

 

Die Frage bleibt, bis wann die „Re-Urbanisierung der Produktion“ im realen Leben ankommen wird — denn „Smart Factories“, also intelligente Produktions-Biotope in jeder Größenordnung, die die „intelligenten Produkte“ produzieren, wird es auch in Zukunft geben müssen. Und schon 2017 werden drei Mal mehr Geräte als Menschen im Internet eingebunden sein. Wer dieses Zusammenspiel beherrscht, gewinnt die Partie. (fz)

 

 

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