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Graz, 30. Juni 2015

Die Ehe macht dick

Bisherige Studien zeigten: Verheiratete Menschen leben länger und gesünder als Singles. Nun gibt es eine neue Studie, die diese wissenschaftliche Gewissheit relativiert. Im Vergleich von Verheirateten und in Partnerschaft Lebenden mit Singles in neun europäischen Ländern stellte sich heraus, dass verheiratete und verpartnerte Menschen einen signifikant höheren BMI (Body Mass Index) aufweisen als Singles.

 

Auch die Lebenserfahrung sagt ja, dass es sich zu zweit schöner gut leben lässt als alleine. Doch heißt das nun, dass Zusammenlebende nicht nur dicker, sondern auch ungesünder sind?

 

In der Studie heißt es:

 

[…] Demnach ernähren sich zusammenlebende Paare zwar durchschnittlich besser als alleinstehende Menschen, jedoch wiegen sie auch signifikant mehr und treiben weniger Sport.
[…]
Über alle neun Länder hinweg zeigte sich, dass Paare im Vergleich zu Alleinstehenden einen höheren BMI haben – dies betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Dabei gibt es länderübergreifend erstaunlich wenige Unterschiede.
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Wichtig ist, dass diese Ergebnisse bereits den Einfluss des sozioökonomischen Status, Alters und der Länderzugehörigkeit berücksichtigen. «Die Resultate zeigen die Bedeutung von sozialen Faktoren für die Gesundheit. In diesem Fall, dass die Institution Ehe und relevante Verhaltensveränderungen im Kontext der Ehe direkt mit der Ernährung und dem Körpergewicht zusammenhängen», sagt Prof. Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs «Adaptive Rationalität» am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.

 

Mögliche Ursachen für diesen Trend lieferte die Erhebung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. So gaben Paare beim Thema Ernährung eher an, dass sie regionale und unbehandelte Produkte bevorzugen und auf Fertigprodukte verzichten. Die befragten Männer legten zudem mehr Wert auf biologische und fair gehandelte Lebensmittel, wenn sie in einer Partnerschaft waren.
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«Das lässt darauf schliessen, dass die Ernährung durch eine Partnerschaft vor allem für Männer bewusster und damit wahrscheinlich auch gesünder wird», sagt Prof. Jutta Mata, Erstautorin und Assistenzprofessorin für Gesundheitspsychologie an der Universität Basel. Jedoch heisst das nicht, dass sie allgemein gesünder sind. Denn die Studie zeigt auch, dass Männer in Beziehungen weniger Sport treiben als Alleinstehende. «Schaut man auf den BMI, sind Paare somit nicht in jeder Hinsicht gesünder, wie bisher angenommen», so Jutta Mata.
[…]

>> Zur Pressemeldung

 

Das reale Leben scheint doch reichlich kompliziert und widersprüchlich zu sein. Einerseits legt man mehr Wert auf gesunde Ernährung, was andererseits dazu führen könnte, dass mehr Gesundes zur Gewichtszunahme führt. Es könnte auch sein, dass das Gewicht der weniger wichtige Faktor für die allgemeine Gesundheit ist als die in Partnerschaften angenommene höhere „allgemeine Lebenszufriedenheit“. 

 

Wie auch immer. Ich bin auf jeden Fall froh, gut und glücklich gemeinsam leben zu können.

 

 

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